Presse

Kritik der Süddeutschen Zeitung zu unserem neuen Album „Zweite Sahne“ von Jürgen Moises: http://www.sueddeutsche.de/kultur/pop-zartbittere-erkenntnisse-1.3212655

Kritik aus Noisy Neighbours von Andrasch Neunert:


GOYA ROYAL – ZWEITE SAHNE

(Eigenvertrieb)

„Wenn die Vögel gen Süden ziehn, wohin gehen wir? Wenn es kalt wird…?“

Diese Frage stellt Michael Kröger, Kopf von Goya Royal, zu Beginn des dritten Bandalbums seines feinen, ganz schön edlen deutschsprachigen Indievierers… und rockt los. Der innerlich ewig junge Absurditätenentdecker und warmherzige Ironiker ist zwar immer noch tendentiell mit viel sympathischem Understatement unterwegs, aber hat auf dem Wege endlich die angemessene Portion Selbstvertrauen eingesogen. Also wird hier gleich mal amtlich vorwärts losgerockt, statt die uns allen so vertrauten schwierigen Fragen im Betroffenheitstremolo zu formulieren, dass diesem Tausendsassa ebenso fremd ist, wie jegliches Pathos. Stattdessen zitiert er musikalisch ungehemmt Leonard Cohen`s „First We Take Manhatten“ in „Worldwide Conspiracy to do Something Kind of Vague“ nicht einfach nur, nein, um sich nicht mit fremden Federn zu schmücken, geht er auf Nummer sicher und nennt ganz nebenbei in der Textzeile die musikalische Grundstruktur der Vorlage, etwas, worauf nicht mal die ähnlich erfindungsreichen Kante aus Hamburg je gekommen sind, denen er in den gerockten Teilen dieser Platte abgesehen vom fehlenden Demonstrativ-Coolheitsgebahren sehr nahe kommt: „Intro Verse Chorus Verse Break Double Chorus Verse Double Chorus Break and finally Solo, let's rock." (Danke, Jürgen Moises, für`s Mitschreiben in Deiner feinen SZ-Kritik!)

Auch, wenn er das Album „Zweite Sahne“ nennt – da ist es wieder, das in diesem Fall augenzwinkernd demonstrative Understatement – kann dieses Album es in seiner zutiefst humanistischen, präzisen Ironie beim Nabel schauen und Fremd schämen mit anderen Vertretern der gleichen Generation wie Kettcar locker aufnehmen, und bei seinen Liebeserklärungen, so verklausuliert sie auch sein mögen („Alles, was Du mir sein kannst“), wird die radikale lyrische Sachlichkeit zur nicht enden wollenden akustischen Umarmung. Meisterhaft ist das, von enormer Variabilität nicht nur die gern kafkaesken Texte, sondern auch die musikalische Stilistik. Und das Handwerk tut ein Übriges, insbesondere das feinnervig-ökonomische Schlagzeugspiel sei erwähnt…

„Wir sind die Dichter und Denker, das Volk der Richter und Henker...“. Wo Kröger sich einst raffiniert über Szenemerkwürdigkeiten und die eigene Befindlichkeit am Vorortbalkon ausließ, sind jetzt auch die großen Themen dran, Hartz IV und Eskapismus, eine verblödete Konsumgesellschaft im selbstreferentiellen Endstadium, wobei er Letzteres sehr viel eleganter und liebevoller formulieren würde. Denn er mag uns ja trotzdem und immer noch. Uns Einzelne. Jeden irgendwie. So sehr, dass er sich lieber nur scheu im öffentlichen Raum mit einer süßen Versuchung trifft, damit nichts passieren könnte, was er bereuen müsste? So sehr, dass seine Schilderung der von ihm gebastelten Puppe, die ähnlich einer Verflossenen in Kleid und Perücke am Fenster auf ihn wartend seinen Schmerz verlängert, dem Bild dennoch jede Schärfe nimmt. Ein Liebender war und ist er, egal, wie stinkig zwischen Morgensemmel und S-Bahnhof einer unter Vielen, der doch mehr tut, als nur darauf zu warten, dass doch noch was passiert, der mir mit dieser Platte liebevoll in den Hintern zwickt, den ich auch öfter mal hoch kriegen könnte. Der mit den Seinen der Singer-Songwriter-Einbahnstraße entkommen ist. Der hier auch mal richtig rockt. Zweite Sahne? Geiles Teil.

13 Punkte

Andrasch Neunert


Feinsinnige Texte


Es war ein folgenschwerer Skandal, den der Maler Francisco de Goya im Spanien des frühen 19. Jahrhunderts anzettelte: Kurzerhand malte er...das vermutlich erste Aktbild der spanischen Kunstgeschichte...Diese Aufmüpfigkeit und den schonungslos realistischen Blick, die den Maler auszeichneten, hat sich die Münchner Indie-Folk-Band „Goya Royal“ mit ihrem Namenspaten zum Vorbild genommen. Es sind ehrliche, fast nackte, und sehr feinsinnige Texte, die aus der Feder von Michael Kröger entstehen und die der Musiker mit seinen drei Bandkollegen Karin Reuter, Frank Selzle und Wompl mit ruhigem Indie-Folk aus Bass, Schlagzeug, E-Gitarre, Melodica und manchmal auch Glockenspiel, Mundharmonika und Ukulele ummantelt. Texte, in denen Kröger wunderbar nachdenklich Wörter wie „automatisch generierte Glückwunsch-E-Mail“ und „Johannniskrauttee“ verpackt und in denen er sich fragt, was das denn alles soll, mit diesem Leben. Und auch darüber sinniert, was die Band einmal hinterlässt. In „Was bleibt“ singt Kröger: „Und was bleibt, ist die Angst davor, dass wir verrecken in irgendwelchen Kleinkunstecken“. Nach der mittlerweile zweiten Plattenveröffentlichung ist diese Schreckensvision inzwischen in die Ferne gerückt. Auch über die Stadtgrenzen hinaus findet das Quartett Gehör. (Astrid Benölken, Süddeutsche Zeitung, 5.11.15)

So ähnlich würden Element of Crime vielleicht texten, wenn sie wie "Goya Royal" (13.8., 20.30 Uhr) in München leben würden. Die zurückhaltenden Songs erzählen kleine Alltagsgeschichten mit im Abgang zartbitterer Note – wie über den vergeigten Geburtstag ("Mein Tag"), an dem man eigentlich für lau ins Müllersche Volksbad käme – wenn nicht Damentag wäre.... (Bettina Ullrich, Die Welt kompakt, 31.7.14)

In München 2/13  24.1.13

Schrobenhausen (SZ) Über zweieinhalb Stunden hausgemachte und stimmungsvolle Livemusik erlebte am vergangenen Samstag das Publikum im Schrobenhausener Lindenkeller. Das Phil Vetter Quartett und Goya Royal begeisterten dort rund 50 Konzertbesucher. Zwei alte Teppiche sind auf der Bühne ausgebreitet, die von den Scheinwerfern in einem angenehmen Licht bestrahlt wird. Im Lindenkeller herrscht eine heimelige Atmosphäre, beinahe Wohnzimmerflair. Dazu tragen am Samstagabend auch die Gäste in der Kneipe bei. Allzu viele sind nicht gekommen, um Phil Vetter und seine Band zum zweiten Mal nach 2009 im Lindenkeller zu begrüßen. Diejenigen, die da sind, genießen den Konzertabend aber in vollen Zügen, lauschen zunächst noch ein wenig zurückhaltend den schönen Klängen und werden am Ende von Phil Vetter doch zum Klatschen, Mitsingen oder gar zum Tanzen animiert.

Zunächst ist es aber die Gruppe Goya Royal, die den Abend eröffnet – die Formation um den ehemaligen Gitarristen der Phil Vetter’s Five, Michael Kröger. Neben ihm sorgen Yvonne Budik (Schlagzeug), Alexander Neumann (Bass) und Frank Selzle (Gitarre) für den folkig-poppigen Indie-Sound. Dazu kommen Krögers Texte, voller Sprachwitz und tief greifender Botschaften, über die "Schönheit der verpassten Chancen", den "Untergrund als Souterrain mit Notausgang" oder den "perfekten Popsong", der am Ende doch nur wieder von Elton John stammt. Goya Royal liefern als Teil eines gelungenen Konzertabends auch die perfekte Vorarbeit für das, was noch folgt.

Anschließend machen die Musiker nämlich die Bühne frei für Phil Vetter und seine – in diesem Jahr – drei Bandkollegen. Im Vorjahr gastierte der Münchner, der zwischen Dachau und Karlsfeld aufwuchs und 2009 mit den Sportfreunden Stiller auf Tour ging, mit der "Phil Vetter’s Five" im Lindenkeller.

Aus dem Quintett ist ein Quartett geworden, bei dem nur noch der Schlagzeuger übrig geblieben ist. Musikalisch hat die Gruppe aber überhaupt nichts an Qualität eingebüßt – im Gegenteil! Mal melancholisch, mal melodiös und energiegeladen zieht der charismatische Frontmann die Zuschauer sofort in seinen Bann. Vetter selbst sitzt dabei entweder am Piano oder bedient die akustische Gitarre. Die Rhythmusgruppe besteht aus Schlagzeug und Bass.

Zudem hat Phil Vetter in diesem Jahr noch einen Gast mit nach Schrobenhausen gebracht: Florian Riedl heißt der junge Mann, ist studierter Saxofonist und bereichert Vetters Songs ungemein. Ob an der Klarinette, der Querflöte, dem Saxofon, am Klavier oder diversen Percussion-Instrumenten – die Virtuosität Riedls verleiht dem Abend eine ganz besondere Note. Gegen Ende des Konzerts und spätestens bei den Zugaben bekommt Vetter auch das Publikum noch einmal richtig in Schwung. Die Besucher im Lindenkeller sind sich hinterher jedenfalls alle einig: Beide Bands dürfen auch im nächsten Jahr gerne wiederkommen!

Von Matthias Vogt Donaukurier 30.10.10

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Unser Song „Ende Anfang“ wird in den Sprachschulen des Goethe-Instituts in Indonesien im Deutschunterricht eingesetzt. Hier geht es zu einem Artikel der Süddeutschen Zeitung darüber: http://www.sueddeutsche.de/kultur/interkultureller-dialog-pop-fuer-die-welt-1.3469608


Hier singen Schüler*innen eines Sprachkurses in Bandung/Indonesien unser Lied: https://www.facebook.com/Goetheinstitut.Bandung/videos/916591155110978/